Barre Akkorde bilden

Zum diskutieren über die theoretischen Grundlagen der Musik.

Moderator: christian

Maverick
Junior Member
Beiträge: 8
Registriert: Mi 31. Jan 2007, 08:42

Barre Akkorde bilden

Beitragvon Maverick » Mo 12. Feb 2007, 16:38

Hallo zusammen,

Ich hab gelesen, dass man jeden "normalen" Akkord in einen Barre Akkord umwandeln kann. Manche erscheinen mir logisch, aber gibt es da ein System, nach dem man die Akkorde umwandeln kann??
mfg

Maverick

Ray
Junior Member
Beiträge: 1
Registriert: Mo 22. Jan 2007, 11:43
Kontaktdaten:

Beitragvon Ray » Mo 12. Feb 2007, 17:14

Hallo Maverick,

Grundlegendes:
Barré kommt aus dem französischen für "abriegeln".

Dabei geht's einfach nur um eine Greifweise der linken Hand (gibt's auch bei Streichern) bei der du Quasi einen Bund oder einen Teil davon meist mit dem Zeigefinger (gehen auch andere) abriegelst. Du erhältst damit höhere Grundtöne, und kannst dadurch einen Griff den du normalerweise auf leeren Seiten greifst auch auf anderen Bünden spielen.

Beispiel (Darstellung ist das Griffbrett der Gitarre, die Ziffern stehen für die Greiffinger, die römischen für den Bund):
Aus E:

Code: Alles auswählen

0-----|-----|----
0-----|-----|----
|--1--|-----|----
|-----|--3--|----
|-----|--2--|----
0-----|-----|----
   I     II   III   

wird G:

Code: Alles auswählen

|--1--|-----|-----|----
|--1--|-----|-----|----
|--1--|--2--|-----|----
|--1--|-----|--4--|----
|--1--|-----|--3--|----
|--1--|-----|-----|----
  III   IV     V     VI


So kannst du das E auf alle Lagen/Bünde transponieren.
gleich funktionierts zB mit dem A, oder div. Moll/Septim/Sext-Akkorden, etc. Ist immer ein Frage der Umkehrung, des gewünschten Sounds und der Spielbarkeit natürlich...

Grüße
Ray
Thrash like a beast!

*** Die, Die! ****
Ray From Hell
E-Mail: die [-at-] diedie.at
Web: http://www.diedie.at/

Maverick
Junior Member
Beiträge: 8
Registriert: Mi 31. Jan 2007, 08:42

Beitragvon Maverick » Mo 12. Feb 2007, 20:42

Das war mir zum größten Teil schon klar, aber gibt es eine Gesetzmäßigkeit, wie ich von E auf E-barree komme?? Das war eher meine Frage.....
mfg

Maverick

matbal
Member
Beiträge: 118
Registriert: Fr 26. Jan 2007, 20:25

Beitragvon matbal » Di 13. Feb 2007, 00:34

Da mußt du mit den Intervallen bzw. Halbtönen rechnen oder mal eine Tabelle erstellen.

Greifst du das "ADur-Barree" im 7 Bund, zählst du zum A 7 Halbtöne dazu => ergibt E-Dur.
Greifst du das "CDur-Barree" im 4. Bund, zählst du zum C 4 Halbtöne dazu => ergibt auch E-Dur.

bobthemage
Senior Member
Beiträge: 496
Registriert: Do 9. Nov 2006, 07:55
Kontaktdaten:

Barré

Beitragvon bobthemage » Mi 14. Mär 2007, 10:32

[quote="Maverick"]Das war mir zum größten Teil schon klar, aber gibt es eine Gesetzmäßigkeit, wie ich von E auf E-barree komme?? Das war eher meine Frage.....[/quote]

Du musst im Prinzip nur wissen wo der Grundton des Barrés auf der dicken E-Saite ist und von dort die E-Form bilden (E7-, Em-, Em7-Form) und wo der Grundton des Barrés auf der A-Saite ist für die A-Form (A7-, Am-, Am7-, Amaj7-Form).

Wars das was du wissen woltest?
Grüße aus dem Saarland
_-=bobthe/\/\age=-_
:P the spirit rules :?

Boronian
Posting Freak
Beiträge: 1402
Registriert: Mo 19. Jun 2006, 16:34
Kontaktdaten:

Beitragvon Boronian » Mi 14. Mär 2007, 10:38

das heißt es gibt zu jedem barre griff auch einen anderen akkord???
toll....ich kannte bis jetzt nur die barre griffe^^...gibts eigentlich einen grund warum man statt barre einen normalen akkord spielen sollte? die sind ja einfacher zu greifen.... :roll:

bobthemage
Senior Member
Beiträge: 496
Registriert: Do 9. Nov 2006, 07:55
Kontaktdaten:

Beitragvon bobthemage » Mi 14. Mär 2007, 11:00

[quote="Boronian"]das heißt es gibt zu jedem barre griff auch einen anderen akkord???
toll....ich kannte bis jetzt nur die barre griffe^^...gibts eigentlich einen grund warum man statt barre einen normalen akkord spielen sollte? die sind ja einfacher zu greifen.... :roll:[/quote]

Es gibt für jeden Akkord eine Grundform, einen Barré und einen sogenannten "Intermediaten" Griff (das sind die "Jazzkrallen") :wink:

Der Grund, einen einfachen Akkord zu spielen ist ersten seine Einfachheit, und zweitens klingt ein einfacher Akkord voller. Je mehr ungegriffene Saiten frei schwingen, umso voller der Klang. Deswegen gibt es bei vielen Folk-Stücken ja auch offene Stimmungen.
Grüße aus dem Saarland
_-=bobthe/\/\age=-_
:P the spirit rules :?

gyuri
Senior Member
Beiträge: 369
Registriert: Do 14. Sep 2006, 00:16
Kontaktdaten:

Beitragvon gyuri » Mi 14. Mär 2007, 12:36

[quote="Boronian"]das heißt es gibt zu jedem barre griff auch einen anderen akkord???[/quote]
das ist jetzt nicht sehr wissenschaftlich ausgedrückt...

du kannst einen akkord auf der gitarre in der regel auf verschiedene arten greifen. klarerweise unterscheiden sich verschiedene griffweisen des gleichen akkords auch in ihrer zusammensetzung, aber das ist nur dann wichtig, wenn man auf die stimmführung achten muß (klassische musik oder auch jazz).

jeder akkordgriff klingt ein bißchen anders, und man kann immer versuchen, herkömmliche akkorde irgendwie anders zu greifen. und beim herumprobieren kommt man vielleicht auf akkorde, die man sonst nie verwendet hätte...

es gibt nicht jeden akkord offen (also ohne barrée), aber doch einige.

[quote="Boronian"]toll....ich kannte bis jetzt nur die barre griffe^^...gibts eigentlich einen grund warum man statt barre einen normalen akkord spielen sollte? die sind ja einfacher zu greifen.... :roll:[/quote]
wie bob schon schrieb, sind offene akkorde voller und eben offen ;-) außerdem sind sie eigentlich viel leichter als barrée zu spielen, insbesondere auf einer klassischen gitarre. da plagen sich schüler monatelang, bis sie schöne barrées hinkriegen (gut, daran sind auch die lehrer schuld, weil die meisten gleich mit dem F-Dur beginnen wollen, obwohl griffe in höheren lagen wesentlich leichter sind).

Boronian
Posting Freak
Beiträge: 1402
Registriert: Mo 19. Jun 2006, 16:34
Kontaktdaten:

Beitragvon Boronian » Mi 14. Mär 2007, 22:52

nja da siehst du was passiert wenn ein drummer mal ne gitarre in die hand nimmt^^ ich hab halt mal ein wenig herumprobiert...und da konnte ich eben diese barre griffe wesentlich leichter greifen als andere...(das is doch nur ein anderer name für powerchords, oder?) und da ich mit diesen bzw mit ein paar varianten davon bisher ausgekommen bin, und eigentlich ziemlich alles mögliche an klängen damit abdecken konnte wollt ich mal in erfahrung bringen warum man dann auch andere griffe spielt....

gyuri
Senior Member
Beiträge: 369
Registriert: Do 14. Sep 2006, 00:16
Kontaktdaten:

Beitragvon gyuri » Do 15. Mär 2007, 15:29

[quote="Boronian"](das is doch nur ein anderer name für powerchords, oder?)[/quote]
nö.

ein powerchord sieht so aus

Code: Alles auswählen

---
---
---
-7-
-7-
-5-
und beinhaltet nur grundton, quint und oktav. leicht zu greifen, und egal ob dur oder moll. hat nicht wirklich eine farbe (für die wäre die terz zuständig), klingt dafür einigermaßen kräftig, daher auch der name.

barrée bedeutet, daß man einen (in der regel den zeige-)finger quer über mehrere saiten legt, in letzter konsequenz auch über alle 6 oder wieviele man auch immer zur verfügung hat. das ist dann vergleichbar mit einem kapodaster, nur daß man den barrée leichter woanders hinlegen oder aufheben kann.

mit barréeakkorden kannst du jeden beliebigen akkord spielen: dur, moll, vermindert, übermäßig, sus2, sus4, alle sept-, nonen- und undezimenakkorde usw.

leg mal den zeigefinger im 5. bund quer über alle saiten, so daß alle auch wirklich schön klingen, und sag mir dann, ob das leichter ist, als zb. e-moll offen zu spielen.